„Mutter Courage und ihre Kinder“ – Stück von Bertold Brecht, inszeniert von Philipp Becker im Thalia Theater zu Hamburg

Veröffentlicht: 18. Juli 2017 in Kultur, Theater/Oper

Ich muss zugeben: Eigentlich hätte ich ein anderes Stück sehen wollen, das aber leider wegen der Erkrankung einer Schauspielerin nicht statt fand. Als Lückenbüßer wurde nun dies Stück eingesetzt, in das ich nie gegangen wäre. Die Karten waren besorgt, ein Ersatz fand sich nicht, nagut, dann sollte es wohl so sein. Beste Voraussetzungen also, um das Theater komplett begeistert zu verlassen! Denn so war es bei mir.

Ich hatte ehrlich gesagt etwas vergessen, wie unterhaltsam Bertold Brechts Stücke trotz ihrer politischen Aussage doch sind, zumal die Musik von Paul Dessau das ihrige dazu beisteuert! Die Bühne war etwas dunkel, die Kostüme überaus dezent grau in grau oder pastellfarben, was einen sehr gedämpften Eindruck vermittelt. Das passt zur Situation, wir sind inmitten des dreißigjährigen Krieges. Mutter Courage besteht darauf, Profit aus dem Krieg zu ziehen und verliert dabei doch eigentlich alles und merkt es nicht… So ist dies Stück gerade in diesen Zeiten hochaktuell!

Das schwarz gehaltene Bühnenbild war mehr als schlicht, bestand eigentlich nur aus einer Art Manege, oberhalb saßen die Musiker, gerade so, als wären wir in einer Zirkusvorstellung. Es war nur etwas sehr dunkel was etwas ermüdend wirkte (wobei an Schlaf bei dieser schauspielerischen Leistung ganz sicher nicht zu denken war). Die Kostüme hatte ich schon erwähnt, sie ergaben in all ihrer Gedämpftheit eine ganz sinnhafte Ästhetik. Highlights waren die Auftritte des Chores, der ganz wunderbar seine Lieder sang, während die zerstreute Yvette (Victoria Trauttmannsdorff) zwischen den Menschen umherirrte. Ein wunderschönes Bild ergab das!

Gabriela Maria Schmeide gab die Mutter Courage, und das konnte sie, sowohl in leiseren Tönen als auch ziemlich schrillen, aber immer in den richtigen. Dieser Theaterbesuch hat sich sehr gelohnt!

Ich traue mich nicht recht, ein Bild von der Website des Thalia Theaters zu posten (will keine Urheberrechte verletzen), aber schau Dir gern, um einen Eindruck von der Inszenierung zu bekommen, den kleinen Film an (oben rechts).

 

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