„Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung“ – Ausstellung im Museum für Völkerkunde, Hamburg

Veröffentlicht: 20. Januar 2018 in Ausstellungen, Kultur, Kunst, Reisen

Die kleine, feine Ausstellung im tollen Hamburger Museum für Völkerkunde stellt zwei historische Abschnitte Koreas nebeneinander – und das ergibt einen megakrassen Einblick in die Entwicklung dieses traditionsreichen und technikaffinen Landes.

Koreas frühe Entwicklung ist geprägt von Konfuzius‘ Lehren – ein Philosoph, der um 500 v. Chr. lebte und wirkte. Seine Lehren zielten grob gesagt auf einen Lebensstil ab, der moralisch einwandfrei und strebsam war. Noch heute sind diese Lehren in Korea greifbar, wenn auch andererseits etwas verformt, wie mir scheint.

Die Abteilung über die alte Zeit umfasst Hüte, Kimonos, Fächer und anderen Zubehör. Uralt und einigermaßen beeindruckend zeugen sie von einer ausgeprägten Hofkultur und auch von Behördentum.

Die neuere Abteilung hingegen bietet einen Einblick in das heutige Korea, in dem die alten Traditionen fortbestehen – so sind Fotos von einem Markt in Korea zu sehen, die durchaus zeigen, wie altertümlich es dort noch immer zugeht, wenn Bauern ihre Waren auf dem Boden präsentieren, gleich neben den Auspüffen von Autos… Die Ausstattungen der Wohnungen sind dagegen ähnlich wie hier, auch wenn die Gewohnheiten und Geschmäcker der KoreanerInnen sich von den unseren unterscheiden. Faszinierend war z.B. ein spezieller Kühlschrank, der so eingerichtet ist, dass darin das beliebte und weitverbreitete Kimchi – das ist speziell eingelegtes Gemüse, sehr gesund – darin Platz findet. Mhm. Ich stand davor, und man hatte dort „Muster-Kimchi“ in den Kühlschrank gelegt, so sah es jedenfalls aus. Dennoch verbreitete sich der typische Kimchi-Geruch – ob sie den Kühlschrank entsprechend „einparfümiert“ hatten?

Auch andere Dinge schienen mir so fremd zu sein wie von einem anderen Stern: Da gab es beispielsweise auch eine Karaoke-Kiste zu sehen, in die man an öffentlichen Orten hineingehen kann. Gegen Münzeinwurf kommt dann Musik aus dem Kasten, zu dem man nach Herzenslust trällern kann. Merkwürdig… Als wir die Ausstellung besuchten, war diese Kiste hochfrequentiert: drei Koreaner(?) hatten sich dort hineingequetscht und unterhielten lautstark alle Ausstellungsbesucher…

Gruselig fand ich die Popkultur der koreanischen Jugend. Die Boygroup, von der Fotos an der Wand hingen, schien mir viel eher aus Stricherjungen zu bestehen. Sind jedoch Idole. Natürlich fanden sich in der Ausstellung auch Stücke mobiler Endgeräte, was uns drastisch vor Augen führt, wo viele unserer Handys und Smartphones herkommen. Daneben fanden sich brav gehandwerkelte Überdecken für einen geordneten Haushalt.

Einiges fand ich wirklich sehr fremd, beispielsweise die vielen Sorten von „Medizin“, um einen Kater nach einer feuchtfröhlichen Nacht zu bekämpfen, oder auch die Instant-Fertigsuppen, die man freilich auch mittlerweile bei uns im Supermarkt kaufen kann. Auch ist Korea mit seiner unglaublichen wirtschaftlichen Entwicklung ein Paradebeispiel für Ehrgeiz und Leistungsdenken, das mir etwas unheimlich ist…

Korea ist eine Welt zwischen Fast Food, Technikbegeisterung, Ehrgeiz und strengen Traditionen. Ein spannendes Land! Es ist eine spannende, übersichtliche Ausstellung, die Einblick in ein modernes und für mich ziemlich exotisches Land gibt.

Weitere Impressionen findest Du bei Facebook: https://www.facebook.com/VoelkerkundemuseumHH/posts/10155969868676823

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