„The Butler“ – Film von Lee Daniels (2013)

Veröffentlicht: 11. Februar 2018 in Filme, Kultur

Die Geschichte wurde inspiriert durch einen afro-amerikanischen Butler, der tatsächlich 30 Jahre lang im weißen Haus gearbeitet hat und entsprechend 8 Präsidenten hat gehen und kommen sehen. Vielleicht sind es nicht mehr als diese Eckdaten, die in Übereinstimmung sind – was dem Stoff sehr gut tut, denn durch die künstlerische Freiheit konnte sich das Drehbuch auf das fokussieren, was hier wichtig sein sollte: Nämlich die Entwicklung der Rassenpolitik in den USA zwischen 1952 und 1986 zu erzählen.

Ein wenig erinnert das Konzept an das von dem des allerdings poetischeren „Forrest Gump“, nur, dass es sich hier um ein Paralleluniversum zu drehen scheint, da nicht aus der Sicht der Weißen, sondern der Schwarzen  erzählt wird.

So beginnt Cecil Gates‘  Karriere nach einer durchaus bewegten Vorgeschichte: Auf einer Baumwollplantage wurde sein Vater aus einer Laune heraus erschossen, als er ca. 8 Jahre alt war; seine Mutter, bereits gebrochen durch Vergewaltigungen,  verlor danach ihren Lebensmut und vielleicht auch den Verstand. Cecil wurde von seiner Hausherrin daraufhin ins Haus geholt, um ihn zum „Hausnigger“ auszubilden. Nach Jahren hier und dort schaffte es Cecil (hervorragend verkörpert von Forest Whitaker) nach New York in ein angesehenes Hotel, wo er schließlich „entdeckt“ wurde: Ein Afro-Amerikaner, der den politischen Disputen seiner Gäste smart und charmant-ausweichend begegnet ,  der zudem über elaboriertes Wissen z.B. über Cognac verfügt und die Umgangsformen perfekt beherrscht, ist sicher nicht einfach zu finden.

Cecil Gates (Forest Whitaker) stelt seinen Sohn zur Rede, der soeben wegen Teilnahme an einer (gewaltfreien) Demonstration vor Gericht stand. Bildquelle: Filmstarts.de

Parallel zu seiner Zeit im weißen Haus arbeitet sich der Film anhand der Betrachtungen von Cecils Söhnen durch die Widerstandsbewegungen gegen Rassenungleichheit. Und durch die Szenen mit Cecils Frau (großartig dargestellt von Oprah Winfrey) kommt auch das Lebensgefühl der afroamerikanischen Bevölkerung nicht zu kurz.

Ganz sicher reicht dieser Film nicht an „Forrest Gump“ heran, wenn wir diesen Vergleich schon anstrengen wollen: Dafür ist der Stoff natürlich viel zu ernst, und auch zu ernsthaft betrachtet. Doch gibt er kurzweilig Aufschluss über die Geschichte der Afro-Amerikaner in besagtem Zeitraum, das hat uns sehr gut gefallen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s