„Komisch, alles chemisch“ – Hörbuch vom Mai Thi Nguyen-Kim

Veröffentlicht: 24. Juli 2020 in Bücher, Gedanken, Hörbuch, Kultur

51jovwbxul._sl500_Aufmerksam wurde ich durch meinen Bloggerkollegen Jarg, der über dies Buch berichtet hat. Und weil ich ja von Natur aus neugierig bin – ob das wohl aus chemischer Perspektive auch zu fassen ist? – habe ich mir gleich das Hörbuch besorgt.

Mai Thi lässt uns aus an ihrem Tag teilhaben, und zwar aus chemischer Perspektive. Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn morgens unvermittelt der Wecker losgeht? Dies – und überhaupt das ganze Procedere des Aufstehens inklusive der belebenden Wirkung eines Kaffees am Morgen lässt sich nämlich durchaus aus chemischer Sicht beschreiben. Auch der Vorgang, wenn Mai Thi ihren Ehemann trifft und sie vor lauter Verliebtheit ein flaues Gefühl in der Magengegend verspürt, lässt sich chemisch erklären. Und genauso, was in dem Handy-Akku passiert, warum Zahnpasta Fluor enthält und alle Ammenmärchen über die negativen Auswirkung auf den Körper, und auch, was Mai Thi bei einem Besuch im Labor bei ihrer Freundin begegnet, bis hin zu den chemischen Prozessen bei der Herstellung eines Schokoladensoufflés (in Verbindung mit einem leckeren Rezept dafür) wird ausführlich von chemischer Seite erklärt.

Mai Thi spricht mit ihrer angenehmen und klaren Stimme das Buch selbst. Nur in wenigen Abschnitten verweist sie auf beigefügte grafische Darstellungen.

Das Hörbuch ist absolut bereichernd und kurzweilig! Toll, wie sie es hinbekommt, chemische Prozesse auf lockere und einfache Art zu erklären, so dass wir gerne folgen mochten.

Ich bin denn jetzt auch Abonnentin ihres Youtube-Kanals, in dem sie in regelmäßigen Abständen über aktuelle Themen auf erfrischende Weise referiert. Dabei muss ich allerdings noch überlegen, ob es mir gefällt, wenn sie bei manchen Themen die kritischen Aspekte komplett ausklammert und dies nicht mitdiskutiert – so zum Beispiel bei ihrem Beitrag, der u.a. Silikone in Haarspülungen beleuchtet: Sie erklärt zwar sehr genau, wie diese Silikone sich in den Haaren ablagern sollen, um sie zum Glänzen zu bringen (der Aufhänger ist sowieso, dass manche Conditioner auf ihren Packungen damit werben, dass eben kein Silikon enthalten ist); und sie erwähnt auch, dass diese im Laufe der Zeit aus den Haaren fallen, hat ebenfalls nicht verschwiegen, dass die Silikone chemisch kaum abbaubar sind, lässt die letzte Info aber weg, dass das Mikroplastik mit der Zeit im Wasser verbleibt. Warum sie diesen letzten Baustein nicht ausführt, dafür aber durchaus die positive Wirkung auf den Glanz des Haares erwähnt, kann ich nicht sagen. Ist es, damit man noch selbst etwas zum Nachdenken zurückbehält, oder weil sie die Silikone als wenig relevant für die Verschmutzung der Meere einstuft? Das bleibt alles Spekulation. Ich werde das weiter beobachten…

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