Archiv für die Kategorie ‘Filme’

Gemischtes aus dem DVD-Player

Veröffentlicht: 20. November 2017 in Kultur, Filme

‚Inside Wikileaks – die fünfte Gewalt‘ – Film von Bill Condon (2013)

Die Starbesetzung mit Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl und Alicia Vikander sollte für sich sprechen, so dachte ich zumindest. Und über die Entstehung von Wikileaks wusste ich auch so gut wie gar nichts. Drum, dachte ich, kann es so nicht verkehrt sein, sich diesen Film mal anzuschauen. Allerdings: die Geschichte wird hektisch erzählt, verworren auch, so dass es nicht ganz leicht war, ihr zu folgen. Das hat denn auch Benedict Cumberbatch (gewohnt charismatisch) als Julian Assange leider nicht herausreißen können. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich nicht mitbekommen habe, dass der Film in die Kinos kam?

Ein anderer Grund kann sein, dass der Film durchaus ambivalent ist, da er aus Sicht von Daniel Domscheit-Berg (Daniel Brühl), Assanges zeitweisem Partner, handelt – und da sich die beiden überworfen haben, wird der Film Assanges Position am Ende nicht gerecht: Während Daniel Domscheit-Berg nur gesicherte Quellen veröffentlicht und zudem auch die Sicherheit von unschuldigen beteiligten Personen gewahrt wissen will, scheint es Julian Assange nur um die eigene Publicity zu gehen – und das ist aus dokumentarischer Sicht sicherlich ein Ansatz, der hinterfragt werden muss. Der Film war interessant, aber auch hektisch und unklar – insofern keine leicht verdauliche Kost.

Hacker bei der Arbeit: Filmszene aus ‚Inside Wikileaks‘ mit Daniel Brühl und Benedict Cumberbatch; Bildquelle: Filmstarts.de

 

‚Wenn die Gondeln Trauer tragen‘ – Film von Nicolas Roeg (1974)

Diesen alten Klassiker wollte ich gern mal wieder sehen – ich hatte auch kaum noch Erinnerungen an den Film.

Venedig im November: trist, regnerisch, doch auch gespenstisch ist die Szenerie. Laura und Johan Baxter (gespielt von Julie Christie und Donald Sutherland) haben beruflich in Venedig zu tun, und gleichzeitig soll es sie auf andere Gedanken bringen, da eines ihrer beiden Kinder bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Laura findet Kontakt zu zwei alten Damen, die Blinde von den beiden ist Seherin, und sie nimmt wahr, dass die kleine Tochter aus dem Jenseits Kontakt zu den Eltern aufnimmt, um sie warnen zu wollen: die Eltern seien in Gefahr, sie sollen Venedig schnellstens verlassen. John selbst will von diesem esoterischen Zauber nichts wissen. Doch auch er hat Vorahnungen…

Venedig bietet einmal mehr eine unvergleichliche Kulisse für diesen spannenden Schocker, der durchaus immer noch Gänsehaut erzeugen kann. Hat mir gut gefallen!

Advertisements

‚The Square‘ – Film von Ruben Östlund

Veröffentlicht: 18. November 2017 in Filme, Kino, Kultur

Christian (beängstigend ‚lebensecht‘ gespielt von Claes Beng) ist Kurator eines Stockholmers Museums und plant eine Ausstellung zu einem Kunstobjekt, das den Namen „The Square“ trägt: Innerhalb eines Quadrates, so die Idee des Künstlers, sollte jeder/m Hilfebedürftigen das zuteil werden, was sie/er braucht. So lautet der heere Ansatz eines wirklich brandaktuellen Themas, das uns alle betrifft.

Anderen helfen, mal die eigenen Interessen für einen Moment zurückstecken, losgehen und helfen, und das vorurteilslos, ja, das ist doch das, was unserer Gesellschaft fehlt, woran sie krankt…

Wer macht hier wen zum Affen? Dominic West und  Terry Notary in einer Filmszene aus „The Square“; Bildquelle: Filmstarts.de

Jener Cristian jedenfalls soll die Ausstellung leiten, und er ist es auch, der in diesem Film im Mittelpunkt steht. Man sollte meinen, dass er über dieses Thema besonders reflektiert und nach künstlerischen Ansätzen sinniert. Aber was tut er? Er wird zunächst Opfer eines Trickbetrugs: Eine Frau bittet Passanten um Hilfe, da sie von einem Mann verfolgt und angegriffen wird – also das ist doch genau das Anliegen der Ausstellung!! Christian hilft – auch wenn er erstmal alle Möglichkeiten austariert hat, sich der Situation zu entziehen – und steht am Ende ohne Handy und Geldbörse da. Ist wohl nicht so einfach, vorurteilslos zu helfen!

Als nächstes erarbeitet er mit einem Praktikanten zusammen einen total hirnrissigen Plan, um das Handy, dessen Aufenthaltsort er zweifelsfrei in einem Hochhaus innerhalb eines sozialen Brennpunktes verortet, wiederzubekommen: Er schreibt einen Brief, in dem er den Täter anspricht: Ich weiß genau, dass Du der Dieb bist, der mir mein Handy gestohlen hat… – und wirft eine Kopie in jeden Briefkasten des Hauses. Jede/r im Haus kann also der Dieb sein… Über die Sache seines gestohlenen Handys verliert er die PR-Aktion, einen Werbefilm für die anstehende Ausstellung zu produzieren, aus den Augen und nickt ihn ab, ohne ihn sich vorher angesehen zu haben. Der Film aber, komplett am Thema vorbei und überaus geschmacklos, bringt die Öffentlichkeit gegen das Museum auf… Auch ein Event für die geneigten Spender/innen des Museums verselbständigt sich und führt zu einem Desaster, ach, überhaupt alles, was Christian anfängt, endet letztendlich in abgrundtiefster Peinlichkeit. Zudem versucht er, Worte zu finden zu der ausgestellten Kunst, aber außer einem elaboriert klingenden, aber absolut hohlem Gerede kommt auch hier nichts heraus. Dass weder Künstler noch die Kunst selbst seinen Respekt zollen, ergibt sich aus allen (unbewussten) Äußerungen.

Selten habe ich mich im Kino so fremdgeschämt. Mein Kinosessel war nach dem Kinobesuch bestimmt komplett abgeschubbert, so habe ich mich in ihm gewunden. Peinlich! Und unangenehm berührt hat mich dieser Film… Denn neben dem hochnotpeinlichen Christian berührt der Film auch die eigene Einstellung, sowohl in sozialer als auch künstlerischer Sicht. Es ist so komplex, sich selbst politisch korrekt verhalten zu wollen – schließlich sind wir alle Täter und Opfer zugleich und bewegen uns ständig innerhalb diesen Wechselspiels zwischen Enttäuschungen, guten Vorsätzen und Anspruch. Dieser Film zeigt auf allerdings drastische und oft überzogene Weise, wie das eigene Verhalten nur allzu oft in die Grütze führt und, wenn man es zuende denkt, ins Desaster. Selten hat mich ein Film so unangenehm berührt. Aber das ist unbedingt die Qualität dieses Films, der zudem eine Menge äußerst komischer Momente beinhaltet und also auch Spaß bringt. Es war kein unbeschwertes, aber irgendwo auch ein Kinovergnügen.

Jeanette Walls ist eine engagierte Reporterin und zudem mit einem Banker verlobt. Sie ist jung, erfolgreich, und es scheint, als könne sie nichts bremsen, um beruflich als auch privat durchzustarten. Doch es gibt ein fettes „aber“ in ihrem Leben, ein dunkler Punkt in ihrer Vergangenheit, der doch fast die Kraft eines schwarzen Loches besitzt: Und das ist ihre Kindheit, das sind ihre Eltern, die sich aus dem bürgerlichen Leben schon immer fern hielten. Die Mutter ist Künstlerin. Ihr ist es deutlich wichtiger, Bilder „für die Ewigkeit“ zu malen, als für ihre Kinder zu kochen – denn das Gefühl des Sattseins hält schließlich nur 3-4 Stunden an… Ihr Vater ist ein phantasievoller Träumer mit einem Alkoholproblem. In ein geregeltes Arbeitsleben passt er einfach nicht. Und so fehlt neben einer treusorgenden Mutter auch ein zuverlässiger Vater, der seine Familie durch seine Arbeit ernährt. Die vier Kinder müssen selbst sehen, wie sie klar kommen. Und da es die Eltern nicht interessiert, ob die Kinder die Schule besuchen, fehlt schlicht und ergreifend eine gewisse Regelmäßigkeit in ihren Leben.

Elli Anderson und Woody Harrelson in ‚Schloss aus Glas‘; Bildquelle: Filmstarts.de

Die Kinder beschließen irgendwann, dass sie ihr Elternhaus so schnell wie möglich hinter sich lassen müssen – das wird ihnen die Triebfeder zu regelmäßigem Schulbesuch und Ehrgeiz. Sie müssen für sich selber sorgen, und als Jeannette nach ihrer jüngeren Schwester das Haus verlässt, wird auch ihr Weggang nicht akzeptiert.

Mit anderen Worten: Alles wäre einfacher, wenn man die Eltern vergessen könnte – aber ist das möglich? Spätestens, als Jeannette ihre Eltern dabei beobachtet, wie diese einen Müllberg mitten in New York durchforsten, erkennt sie, dass sie sich ihrer Kindheit stellen muss, um ihr eigenes Leben selbstbestimmt führen zu können.

Das war schon ein harter Film: Zu sehen, wie die vielleicht fünfjährige Jeannette (überzeugend gespielt von Ella Anderson als Kind und Brie Larson als Erwachsene) am Gasherd Feuer fängt, beim Versuch, sich ein Würstchen warm zu machen, oder auch zu sehen, wie sie ihrem jüngsten Geschwister Butter mit Zucker mischt, weil es so großen Hunger hat… Doch abgesehen von diesen wirklich drastischen Vernachlässigungen wird der Vater (großartig dargestellt von Woody Harrelson) nicht nur als unnützer Alkoholiker dargestellt, sondern auch als herzensguter Vater, der es mit viel Phantasie  immer wieder schafft, seinen Kindern zu vermitteln, wie sehr er sie liebt. Überhaupt ist der Film das große Porträt eines eigenwilligen Mannes, der andere Maßstäbe als gesellschaftliche Standards anlegt, um seine eigene Persönlichkeit zu leben und letztendlich zum Glück zu finden.

Ja, der Film war in vielerlei Hinsicht hart, aber die Sicht- und Lebensweise der Eltern, diesem sehr eigenwilligen, chaotischen, beinahe anarchistischem Paar, zu verurteilen, geht für die Tochter einfach nicht, und geht auch für niemanden. Der Film wirft große Fragen auf: nach dem, was glücklich macht, und auch nach dem unkonventionellen, wirklich ganz ureigenen Sein, das in einer einigermaßen konformen Gesellschaft kaum gelebt werden kann, und wenn doch, auf riesige Widerstände stoßen muss. Das sind wichtige, existentielle Fragen, wie ich finde, die in diesem Film überzeugend thematisiert wurden – es war ein berührender Kinobesuch!

Diesen Manga-Film über die Tochter des berühmten Künstlers Hokusai ist uns ausschnittweise schon in der Manga-Ausstellung über den Weg gelaufen – das hatte mich neugierig gemacht, und dank Tauschticket habe ich die DVD günstig geschossen.

Die Geschichte ist eigentlich kaum eine; vielmehr ist es ein Portrait der Persönlichkeit der jungen Tochter, die ihrem Vater zum Teil bei der Fertigstellung der Auftragsarbeiten half, da sie mindestens so begabt war, wie ihr Vater. Ihr Schwachpunkt war vielleicht nur die Darstellung erotischer Szenen, die einer gewissen Tiefgründigkeit entbehrt haben soll.

Szene aus ‚Miss Hokusai‘; Bildquelle: AV Visionen (gefunden bei Filmstarts.de)

Doch der Film gibt zudem einen Einblick in die japanische Kultur und deren ganz alltäglichen Umgang mit verschiedenen Geistern und anderen Phänomenen. So bekommen Vater und Tochter beispielsweise von einem Künstlerkollegen die Anleitung zum Drachenmalen. Dabei hatte man eben darauf zu warten, dass sich der Drache aus windigen Höhen zum Künstler hinab begibt, um endlich auf dem Papier zu landen. Miss Hokusai versucht es – und am nächsten Morgen schon ist das riesige und beeindruckende Bild des Drachens fertig, eine Arbeit, die sonst mehrere Tage braucht!
Auch mit geisterhaften Phänomenen wird umgegangen, als handele es sich um einen ganz alltäglichen Vorgang. Beispielsweise möchte der Maler Hokusai beobachten, wie der Hals einer Kurtisane des Nachts während des Schlafes immer länger wird. Völlig abgefahren!

Auch die Geschichte – und die Darstellung dazu – vom Künstler, von seinen Händen, die sich nachts auf den Weg machen, länger und länger werden und zu verschwinden drohen, ist durch das Phantasievolle an sich schon ungemein spannend. Dass sich die Mangakultur hervorragend dazu eignet, diese Ideen szenisch umzusetzen, versteht sich von selbst, auch wenn die Figuren stark vereinfacht dargestellt sind.

Es ist ganz besonderer Film, reich an Phantastischem, aber auch atmosphärisch dicht, vielleicht gerade wegen seiner Episodenhaftigkeit. Dass er einen Preis abgesahnt hat, scheint mir jedenfalls nachvollziehbar. Und gerechtfertigt!

Hier kannst Du Dir den Trailer zu Miss Hokusai anschauen.

 

‚Jugend ohne Gott‘ Film von Alain Gsponer

Veröffentlicht: 29. Oktober 2017 in Filme, Kino, Kultur

Die Adaption von Ödön von Horvarths Roman schließt sich im Grunde genommen an meine Reihe der Science-Fiction-Filme an. Es ist eine Dystopie, und dies aber doch ziemlich angelehnt an unsere Zeit. Autos, Busse, Kleidung sind einigermaßen identisch mit heute, aber anders sind die Umstände, in denen die Menschen leben. Es ist nunmehr eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: die Eliteklasse und die dritte, die im Elend lebt, inmitten von Umweltverschmutzung, ohne Geld, Bildung oder eigener Wohnung.

Eine Eliteuniversität führt einen Eignungstest durch: Von ca. 20 Prüflingen werden vielleicht nur 3 oder 5 Leute aufgenommen, so genau weiß man es nicht. Sie werden aufgefordert, die Aufgaben im Team zu lösen, es kommt also auch auf Sozialkompetenz an, und gleichzeitig stehen sie unter enormem Druck, da sie sich aus der Menge hervorzutun haben, um den begehrten Studienplatz zu ergattern. Die Vorauswahl fällt natürlich auf Jugendliche aus reichem Elternhaus. Dort, wo dies nicht gegeben wird, wird fleißig gemobbt, bis der Jugendliche aus dem Auswahlverfahren ausgeschlossen wird und ein Studium nur an einer Schule, in der unter chaotischen Verhältnissen gelehrt wird, fortsetzen kann – unter diesen Voraussetzungen wird er sich niemals für den Elitekreis qualifizieren können.

Bei der Schnitzeljagd nach Bonuspunkten einen weiteren Abschnitt geschafft, der implantierte Chip im Arm wird ausgelesen. Filmszene aus „Jugend ohne Gott“ mit Alicia von Rittberg und Jannis Niewöhner. Bildquelle: Filmstarts

Der junge Zach (Jannis Niewöhner), Erbe eines Unternehmens, ist vielleicht ein Stückchen sensibler und intelligenter als die anderen. Er erkennt die schizophrenen Strukturen, unter denen sich die Jugendlichen zu beweisen haben, und außerdem hat er noch den Selbstmord seines Vaters zu verarbeiten. Die junge Frau F. findet Gefallen an ihm und möchte ihn nur unterstützen. Doch er hat kein Interesse. Als er auf dem Testgelände – ein ausuferndes Waldgebiet – die „Gesetzlose“ Ewa, kennen lernt, entbrennt er in Liebe, und er findet die Kraft, sich aus der absurden Testsituation zu befreien. Doch dann geschieht ein Mord…

Immer wieder sehen wir die selben Szenen, jedoch immer aus dem Blickwinkel einer anderen Person, und so wird der Mordfall wie ein Puzzle gelöst. Zum Schluss ist es die Perspektive des begleitenden Lehrers, die uns den Mörder offenbart.

Die herzlose Atmosphäre ist sehr gut getroffen, das Unmenschliche auf den Punkt gebracht. Die Dystopie ist in beeindruckende Bilder gebracht worden, doch am Ende wurde es mir etwas zu rührselig. Dennoch fand ich, dass es ein sehr sehenswerter Film ist. Inwieweit von Horvarths Vorlage die Adaption verkraftet, kann ich nicht beurteilen, meine Lektüre liegt zu lang zurück. Vielleicht wiederhole ich sie ja demnächst nochmal.

 

Ich hatte ja schon mehrfach erwähnt, dass wir inmitten des Star Trek-Fiebers stecken. Seit ziemlich langer Zeit schauen wir schon Raumschiff Enterprise, aber auch Raumschiff Voyager, ein Projekt, das uns über zwei Jahre in den Bann schlug.

Durch den Eingriff des sogenannten Fürsorgers, eines übermächtigen Wesens im All, das durchaus als launisch zu bezeichnen ist, wird das Raumschiff unter der Leitung von Kapitän Janeway in den Delta-Quadranten versetzt, was hunderte von Lichtjahren vom Alpha-Quadranten, in dem die Erde zu finden ist, entfernt liegt. Ihre neue Mission ist nun, zur Heimat zurückzukehren. Auf ihrem Weg zurück begegnet die Crew des Raumschiffs verschiedensten Wesen, und es sind Abenteuer unterschiedlichster Art zu bestehen. Mehrfach sind es die Borg (eine Spezies, die von der Assimilierung verschiedenster Lebewesen lebt und dessen Wissen dem Kollektiv hinzugefügt wird), die der Crew zu schaffen macht – doch durch ihre Begegnung gelingt die Befreiung eines Menschen, deren Name „Seven of Nine“ lautet, oder irdisch: Annika. Ihre Assimilierung geschah in ihrer Kindheit, und über viele, viele Folgen entwickelt sie sich nun wieder zu einem individuellen Menschen zurück. Auch andere Crewmitglieder erfahren ihre Entwicklungen. So findet beispielsweise die geniale Ingenieurin B’Elana Torres , die immer ganz erstaunliche Kreativität beim Lösen technischer Probleme an den Tag legt, zu ihrer klingonischen Identität, wie auch zu ihrer menschlichen (sie ist ein Mischling), und auch zu ihrer großen Liebe. Ebenso gelingt die Integration der Mitglieder um den Maquis, einer Widerstandsbewegung gegen die Sternenflotte.

Es ist eine äußerst spannende Serie, deren einzelne Folgen zumeist packend waren und gut durchdacht. Als Fortsetzungsgeschichte ist aber auch gelungen, dass jede Folge für sich stehen konnte und innerhalb einer Dreiviertelstunde eine tolle Spannung aufgebaut wurde. Es wurde uns nie langweilig, die 172 Episoden in 7 Staffeln zu schauen, auch wenn wir dafür Jahre gebraucht haben.

Sci-Fi hoch drei

Veröffentlicht: 7. Oktober 2017 in Filme, Kultur

Mein Sohn und ich haben ganz sicher eine gemeinsame Schnittmenge, was unseren Geschmack von Filmen angeht: Science Fiction. Grundsteine dieser Leidenschaft wurden bei mir bereits in der Kindheit gelegt – denn ich gehöre zu denen, die die Erstaustrahlung der Serie „Raumschiff Enterprise“ im Deutschen Fernsehen sozusagen live miterlebte (und da das schon lange her ist und ich um 1992 nicht alle Folgen in der Wiederholung gesehen habe und ich meinen Bildungsauftrag an meinen Sohn zu erfüllen habe, schauen wir sehr fleißig und ausdauernd seit knapp zwei Jahren nochmal alle Serien und alle Staffeln von Raumschiff Enterprise, Next Generation, Raumschiff Voyager, aber dazu ein anderes mal).

„Passengers“ – Film von Morten Tyldum (2016)

Diesen Film, der Anfang diesen Jahres in die Kinos kam, hatten wir leider verpasst – nun mussten wir das Schauen auf DVD nachholen. Was schade war, denn es hätte ein 1A Kinoerlebnis werden können…

110530

Filmszene aus „Passengers“; Bildquelle: Filmstarts.de

In einer weit entfernten Zukunft reisen tausende Menschen zu einem 150 Erdenjahre entfernten Planeten. Die Zeit überstehen sie konserviert in einem Kälteschlaf – zu dieser Zeitrechnung ist es nunmehr eine oft durchgeführte Routine. Durch eine Fehlfunktion erwacht einer der Passagiere, Jim (Chris Pratt), 90 Jahre zu früh. Einsam fristet er sein Dasein, bis er sich zu einer folgenschweren Tat durchringt… Der Film ist beinahe ein Kammerspiel, denn bis auf Chris Pratt, Jennifer Lawrence und Michael Sheen gibt es kaum weitere Schauspieler. Das riesige Raumschiff, ausgelegt auf 5.000 Passagiere, ist dabei mehr als eine Kammer, sondern ein monumentaler, futuristischer Spielplatz. Die Ausstattung, die Story, die Schauspieler sind von allererster Sahne, und so ist ein äußerst sehenswerter Film entstanden mit atemberaubend schönen Bildern. Ich habe den Film zu sehen sehr genossen.

„Das fünfte Element“ – Film von Luc Besson (1997)

Den neuesten Besson-Film hatten wir ja verschmäht – Zeit war es aber, endlich diesen alten Besson-Film auszugraben! Eine Bedrohung kommt in einer fernen Zukunft auf die Erde zu. Die Menschen wurden vor tausenden Jahren aber bereits gewarnt und auf dieses Ereignis vorbereitet. Ein fünftes Element, das sie damals auf die Erde gebracht haben, muss „nur noch“ entsprechend aufbereitet werden und wird dann in der Lage sein, die Bedrohung zu eliminieren. Anderenfalls ginge die Erde zu Bruch. Dieses fünfte Element tritt in Form einer wunderhübschen jungen Frau (Milla Jovovich) in Erscheinung, in die sich der Taxifahrer der Zukunft (Bruce Willis) unsterblich verliebt. Und genau so chaotisch und irre phantasievoll, mit perfekten Szenen in einer teilweise atemberaubenden Choreographie verfolgen wir die Handlung zu Zeiten der Raumschifffahrt sowohl entrückt, entzückt als auch gepackt. Hat Spaß gemacht!

376262

Filmszene aus „Das fünfte Element“ mit Ian Holm, Bruce Willis, Milla Jovovich; Bildquelle: Filmstarts.de

 

„Moon“ – Film von Duncan Jones (2009)

Die Energieressourcen für die Erde werden in dieser fernen Zukunft auf dem Mond produziert. Zur Sicherstellung des Ablaufs ist genau eine Arbeitskraft samt einiger Hilfsgeräte vonnöten. Drei Jahre ist nun Sam Bells (Sam Rockwell) Arbeitszeit auf dem Mond, und die drei Jahre sind beinahe rum, die Rückfahrt auf die Erde, die Rückkehr zu seiner Familie, naht. Doch durch einen Unfall, der ihm um ein Haar sein Leben kostet, kommt er hinter das fürchterliche Geheimnis seines Daseins, und alles, sein komplettes Leben samt Herkunft, werden in Frage gestellt.

19231600

Filmszene aus „Moon“; Bildquelle: Filmstarts.de

Nur ganz langsam werden die Rätsel in diesem Film gelöst, und das auf äußerst spannende Weise. Von diesen 3 Filmen ist diese Handlung die gruseligste, das Drama am größten. Und als Zukunftsvision ist es die düsterste. Es ist ein sehenswerter Film, der auch nachdenklich macht. Auch dies war ein wunderbares Filmerlebnis.