Archiv für die Kategorie ‘Kinderkultur’

Mein Sohn hatte mir diesen Roman hingelegt: ‚Musst Du lesen!‘ – dieser Aufforderung bin ich nahgekommen, vielleicht ein wenig zögernd, da mir das erste Buch von Bartimäus (‚Das Amulett von Samarkand‘) nicht vorbehaltlos gut gefallen hat. Aber mein Misstrauen war nicht berechtigt.

Anders nämlich als in dem anderen Band ging es um eine Geschichte, die sich lange vor Bartimäus‘ Bekanntschaft mit Nathanael abgespielt hat. Und diesmal waren die Figuren auch nicht soo unsympathisch. Denn neben den Zauberern, die in den Bartimäus-Büchern insgesamt nicht so gut wegkommen, weil sie über rücksichtslose, egozentrische und machthungrige Züge verfügen, kam ein ganz ‚normales‘ Menschenmädchen vor, das selbst, trotz bester Absichten, doch nur ein Spielball der Mächtigen ist. Es bleiben aber die guten Charakterzüge wie Integrität und Zielstrebigkeit ohne Absichten auf Macht und Reichtum bestehen. Dadurch fand ich diesen Band etwas erträglicher als den ersten der Trilogie, der aber wie gesagt mit der Handlung dieses Buches nichts zu tun hat.

Und Bartimäus, dieser Dschinn mit dem losen Mundwerk, trägt nicht unerheblich zu diesem Lesevergnügen bei. Ich habe das Buch sehr gern gelesen!

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Dieses Weihnachtsgeschenk hat mein Sohn verschlungen und es mir dann zum Lesen empfohlen. Und da ich keinerlei Scheu vor Dschinns und anderen Wesen habe, bin ich der Empfehlung gern nachgekommen…

Die Zauberer, die wie Harry Potter und Co. in England in der Gegenwart leben, sind in diesen Büchern die Herrscher über die Menschen, auf die sie herabsehen. Überhaupt ist es ein ganz unangenehmes Völkchen, sie sind arrogant, karrieregeil, besserwisserisch und bilden sich so einiges auf ihr zauberisches Können ein.

Nur eines ist ihnen verwehrt: Sie dürfen keine eigenen Kinder bekommen, sondern diese werden auf nicht näher erklärte Weise den Menschen entwendet (oder diese geben die Kinder freiwillig her) und dann von Zauberern, ob sie wollen oder nicht, zur Ausbildung zugeteilt. Auch Mr. Underwood ist so ein Unglücksrabe. Denn er hält sehr viel von sich selber, hat aber auf Kinder keinerlei Lust. Und so erkennt er die große Begabung, die in seinem Zögling Nathanael steckt, gar nicht…

Nathanael aber ist ein sehr begabter Zauberlehrling, nur, dass das keiner merkt. Ehrgeiz und Arroganz sind ebenfalls zwei seiner eher unangenehmen Eigenschaften. Was ihn dazu verleitet, im Alleingang einen Zauberer, der durch dessen überheblichen Verhalten zu seinem Widersacher wird, zu piesacken. Zu diesem Zweck beschwört er den wortgewandten und gewitzten Dschinn Bartimäus herauf. Und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf…

Das Buch ist im Wechsel aus Bartimäus‘ und Nathanaels Sicht geschrieben, und so sind es gleich zwei Charaktere, der eine eine etwas unangenehme Gestalt, der andere ein uralter Geist mit viel Erfahrung, aber auch Esprit; Widersacher sind auch sie, wenn auch durch unsichtbare Bande miteinander verbunden. Bartimäus hat so einen erfrischend distanzierten Blick auf die Zaubererwelt und löst die ihm gestellten Probleme mit Witz und Verve, das hat viel Spaß gemacht. Auch die Handlung ist spannend. Einzig die Sache mit den Toten ist wie immer ein Aspekt, der mir nicht gefiel – hier nicht, wie ja anderswo auch nicht.

Doch wenn es den Kindern Spaß macht, diese Bücher zu verschlingen – sollen sie machen, unbedingt! Lesen ist einfach unglaublich wichtig, und das Wichtigste ist, es zu tun. Immer und immer wieder.

 

Dieses Buch nimmt zwar Bezug auf die Reihe der ‚Geheimen Benedict-Gesellschaft‘, ist jedoch völlig unabhängig davon und schildert eine Episode aus der Kindheit des Nicholas Benedict, dem genialen Erfinder und Kinderfreund aus den anderen Teilen. Es beleuchtet die Zeit, in der er als Waise in ein neues Waisenhaus wechseln muss – und prompt ist er nicht nur auf der Flucht vor den ‚Spinnen‘, einer Jungengang innerhalb des Waisenhauses, sondern auch noch dem Geheimnis von Rothchild’s end, dem Anwesen, auf dem sich das Waisenhaus befindet, auf der Spur.

Mit seiner Hochbegabung schafft Nicholas es, trotz Mobbings und der Unfähigkeit der anwesenden Pädagogen, das ganze Waisenhaus in seiner Struktur umzukrempeln und auch noch Freunde zu finden.

Das Buch war spannend und originell und hat uns um so vieles mehr als die anderen Bände von Trenton Lee Steward gefallen. Es war vielleicht auch gut, dass Steward nicht auf in anderen Büchern bereits eingeführte Figuren zurückgreifen konnte – alles ist neu erdacht und irgendwie frisch und originell. An diesem Buch hatten wir beim gemeinsamen Vorlesen alle unseren Spaß. Ich könnte mir sogar vorstellen mal wieder ein Buch von Steward zu lesen; nach dem dritten Buch über die Benedict-Gesellschaft war mir dieser Spaß ja etwas vergangen. Na, mal sehen, was noch so kommt!

Dies ist nun also der dritte Band um die geheime Benedict-Gesellschaft, und ich muss sagen, von Band zu Band werden mir die Figuren und die Geschichten mühsamer. Es ist schon ziemlich zäh, wie diese Geschichte anfängt. Die (Wieder-)Einführung der Figuren wird seitenweise ausgeweitet, und das auf ermüdende Weise. Manche Figuren, wie z.B. Nr 1, die ja wegen einer bestimmten Veranlagung oder Krankheit immer etwas essen muss, bleiben dennoch verdammt an der Oberfläche.

Auch ist mir schon beim zweiten Band aufgefallen, dass die eine oder andere Ausführung auch gerne hätte gekürzt werden können, und das setzt sich auch in diesem weiteren Band fort. Also: viele Längen hat dieses Buch, was den Genuss tatsächlich ziemlich schmälerte. So schnell werden wir die geheime Benedict Gesellschaft nicht wieder lesen, vielleicht aber doch bald nochmal die Geschichte des Jungen Benedict. Dieses Buch entstand vor dem ersten Band der Benedict-Gesellschaft. Vielleicht ist die Geschichte und ihre Idee dann noch frisch? Man wird sehen…

Wir sind ja vor einiger Zeit schon auf Boy Lornsens wunderbares Kinderbuch ‚Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt‘ aufmerksam geworden und haben es mit Genuss gelesen. Es war schon klar, dass dieses Buch komplett anders sein würde, und wir waren neugierig darauf. Drum hat es uns durch den Dezember begleitet und auch mit nach Dänemark auf die kleine Insel Bogö in der Ostsee – eine sehr passende Lektüre für diesen Ort, wie sich herausstellte.

Der Roman beginnt mit ‚… und so könnte es angefangen haben…‘ – ich weiß nicht, wie die Faktenlage ist um Klaus Störtebeker, der Ende des 13. Und Anfang des 14. Jahrhunderts sein Unwesen trieb. Boy Lornsen jedenfalls hat sich ganz sicher gewisse Freiheiten beim Erzählen herausgenommen und dabei bestimmt auch die eine oder andere historisch belegte Begebenheit mit einfließen lassen.

Es beginnt damit, wie sich Klaus Störtebeker sein sehr schnelles und fortschrittliches Schiff, den ‚Seewolf‘, sichert, und es beginnt gleich mit einem supermiesen Trick, wie er dies anstellt.

Und genau so geht es denn auch weiter. Klaus Störtebeker, an Kraft und Mut nicht zu übertreffen, und sein Kumpan, der kleinwüchsige Magister Wigbold, schlau wie ein Fuchs und absolut skrupellos, machen zunächst die Ostsee unsicher, und die Piraten lassen sich auch in politische Konflikte mit einbeziehen, so lange für sie lohnende Überfälle und damit Gewinne dabei herausspringen.

Nachdem sie die Ostsee derart unsicher gemacht haben, dass die Schiffe zu vorsichtig wurden und Raubüberfälle nicht mehr lohnenswert, verlegte Störtebeker sein Geschäft in die Westsee (die heutige Nordsee). Auf dem Weg sind sie dann auch an Bogö vorbeigekommen, wo wir uns gerade aufhielten, so dass wir uns um so besser die Stimmung vorstellen konnten, die dort vorherrschte.

Schließlich war ihr Hauptausgangspunkt für einige Jahre Helgoland…

Im Roman waren viele Überfälle und viele wirklich sehr listige Strategien beschrieben, wie Störtebeker und seine Kumpane ihre Räubereien durchführten. Das war spannend und auch ergreifend, und unglaublich brutal. Störtebeker hat auf der Nordsee bei der Bevölkerung jedoch nicht den schlechtesten Ruf gehabt, wenigstens zeitweise, denn Menschen, die ihm halfen, wurden anständig entlohnt, und auch die Piraten ‚dienten‘ gern unter ihm, weil er die Beute unter allen teilte, woher auch der Begriff ‚Liekedeeler‘ stammt.

Dieses Buch hat sich zu lesen wirklich gelohnt! Boy Lornsen hat die Geschichte fesselnd geschrieben und geschickt die Perspektive eines Waisenjungen gewählt, der zwar bei einem Überfall ‚angeheuert‘ wurde, aber durch seine Heimatlosigkeit dann auch geblieben ist.

‚Star Trek VII -Nemesis‘ – Film von Stuart Baird

Ach ja, Käptn Picard! Ein Wiedersehen nach laanger Zeit! Das war ganz schön, diese Crew einmal wieder zu sehen, und die Handlung war eigentlich auch gar nicht so schlecht. Ich fand die Idee schön, dass Käptn James T. Kirk noch weit über seinen Tod hinaus weiterwirken konnte, und auch die Vorstellung des Nexus, einem Zustand, in ewigem Glück zu verharren, war interessant. Aber richtig großartig war dieses Stück Film letztendlich nicht, fand ich. Vielleicht lag es aber auch an der Größe unseres Bildschirmes, die gar nicht so klein ist, aber mit einer Kinoleinwand natürlich nicht mithalten kann.

Harry Potter – Die Filme 1-4

Seit mein Sohn nochmal die Harry Potter-Bücher liest, schauen wir uns dazu die Filme nochmal an. Ich weiß nicht, wie oft ich sie noch sehen müsste, um sie einmal satt zu haben, vermutlich nie! Es waren vier wunderbar gemütliche Filmabende.

Ich habe auch an keinem der Filme etwas auszusetzen. Der dritte wird ja wohl besonders hoch gelobt, und ich fand ihn auch klasse. Hingegen fällt der vierte dagegen etwas ab, finde ich, zu wenig wird vom Schulalltag gezeigt. Aber alle Filme haben was, und dennoch kommt man ums Lesen natürlich nicht herum, denn die Filme sind furchtbar gekürzt, klar, es geht sicher nicht anders. Aber: Das komplette Harry-Potter-Vergnügen steckt im Lesen.

Es ist wirklich schade und auch für mich selbst nicht ganz nachvollziehbar, warum ich derart faul war und die letzten zwei Monate meinen Kulturblog gar nicht gepflegt habe (diesen Beitrag stelle ich erst am 5.1.2014 ein, aber wegen der Chronologie schummele ich mit dem Datum und datiere zurück). Eine richtige Entschuldigung dafür habe ich nicht. Insgesamt war ich im November und auch im Dezember irgendwie unkonzentriert und fahrig, ich war auch nicht zufrieden mit meiner Arbeit, nicht zufrieden mit meinem Leben, nicht mit dem Wetter und erst recht nicht mit der zunehmenden Dunkelheit. Die Zeit zwischen Ende Oktober – dem Geburtstag meines Sohnes – und dem 21. Dezember – dem Geburtstag meiner (verstorbenen) Mutter – ist sowieso die von mir am wenigsten geliebte Zeit im Jahr. Ich bin froh, dass sie nun hinter uns liegt, die Tage insgesamt wieder heller werden, und auch ein neues Jahr aus welchen Gründen auch immer einigermaßen belebend wirkt.

Jedenfalls war es nicht so, dass ich kulturell nicht unterwegs war. Es rächte sich jedoch, dass ich nicht aufgeschrieben habe, was ich denn alles gesehen und gelesen habe, denn mir fiel immer noch mehr ein. Ich hoffe, ich habe nichts Wichtiges vergessen!

Am letzten Oktobertag haben wir uns im Heimkino noch einen Film angesehen:
‚Eine Dame verschwindet’ Film von Alfred Hitchcock
Was ich hier mal wieder bemerkenswert fand, waren die mehrfachen Wendungen, die das Geschehen nahmen. Vielleicht war die Handlung ja ähnlich seltsam hanebüchend wie in ‚Die 39 Stufen‘, dennoch erinnere ich sie trotz der Verrücktheiten als einigermaßen schlüssig und spannend. Vielleicht geht mir ein wenig Hitchcocks Witz ab. Vielleicht ist er aber auch wirklich nicht mehr so ganz zeitgemäß.

Auf dem Roten Sofa haben wir uns einen Klassiker vorgenommen:
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer – Kinderroman von Michael Ende
Ich muss jedoch sagen, dass mich diese nochmalige Lektüre diesmal ermüdet hat. Wann hatte ich sie zuletzt gelesen? Aha! Juli 2011  ! (Wie gut, dass ich dieses Blog führe!) Es ist noch nicht lang genug her, und nachdem mir ‚Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt‘ vor kurzem so viel Spaß gemacht hat, wollte bei diesem Kinderbuch nicht mehr so recht Elan aufkommen. Es war denn auch weniger mein Sohn, der diese Lektüre vorschlug, sondern mein Schatz. Naja.

Es gab jedoch auf DVD gleich zwei Klassiker mit ganz unterschiedlichen Themen, und beide haben mir riesig gut gefallen:
‚E.T.‘ – Film von Steven Spielberg
Ob dieser Film wohl öfters mal im Fernsehen läuft? Ich habe ja ehrlich keine Ahnung! Ich hatte diesen Film, den ich damals, als er rauskam, mit Anfang zwanzig gesehen hatte, beinahe vergessen. Aber es kann nicht sein, dass mein Sohn aufwächst, ohne eine Ahnung von E.T. zu haben, allein darum war es Pflichtprogramm, aber auf jeden Fall eines, das Spaß bringt. Uns hat der Film gut gefallen. Es dürfen aber gerne wieder fünfundzwanzig Jahre und mehr vergehen, bevor ich diesen Film noch mal sehen müsste.

Anders war es mit dem folgenden Film, den mein Schatz, der insgesamt gesehen kein großer Fantasy-Fan ist, verschmähte (dafür hatten Sohnemann und ich ein ganz wunderbares Filmerlebnis):
‚Die Matrix‘ – Film von Lana und Andy Wachowski
Zwar erinnere ich mich daran, wo ich den Film damals gesehen habe, und auch mit wem, aber an die Handlung hatte ich nur noch ganz diffuse Erinnerungen. Die Auffrischung tat aber gut. Ein toller Film! Die Handlung ist ja insgesamt gesehen ziemlich abgefahren, aber in sich schlüssig und scheint mir auch den heutigen Zeitgeist ganz gut aufzugreifen – immer noch – denn schließlich ist ‚Die Matrix‘ mittlerweile auch alles andere als taufrisch… Der Film von 1999 jedenfalls taugt, um in die Reihe der ganz großen Filme aufgenommen zu werden.
Nur wundere ich mich, dass die Wachowski-Geschwister auch u.a. den Film ‚Cloud Atlas’ geschrieben haben, und diesen Film mochte ich ja gar nicht (über Tom Tykwer habe ich mich in diesem Zusammenhang ebenso gewundert. Der Stoff interessiert mich aber tatsächlich dennoch sehr, drum lag das Buch ‚Wolkenatlas‘ von David Mitchell unterm Weihnachtsbaum).