Archiv für die Kategorie ‘Kino’

Bella Brown (Jessica Brown Findlay), von der behauptet wird, dass ihr Leben bislang alles andere als normal verlief, bekommt vom Verwalters des Vermieters die Aufforderung, den Garten in Schuss zu bringen. Sie ist zwar im Hause äußerst penibel und zwanghaft auf Ordnung aus, aber die Natur mache ihr Angst. Ihr Leben verlief bislang scheinbar einsam. Sie arbeitet in einer Bibliothek, und in der Freizeit versucht sie, Schriftstellerin zu sein. Kontakte nach außen hat sie keine. Dies ändert sich erst, als – plötzlich – verschiedene Dinge gleichzeitig passieren: Sie kommt in Kontakt zu ihrem schrulligen Nachbarn (Tom Wilkinson) und dessen ebenso exzentrischen Koch (Andrew Scott), der kurz nach deren flüchtiger Bekanntschaft seine Arbeitsstelle ungefragt zu Bella hinüberwechselt. In der Bibliothek trifft sie auf einen eigenen und ebenfalls gestört scheinenden jungen Typ, der Erfinder sein soll. Im Verlauf gibt es also jede Menge Anknüpfungspunkte an exzentrische Begegnungen und seltsamen Dialogen, und inmitten all dessen verwandelt sich das Stück wilder Natur immer mehr in – ja, kommst Du nicht drauf? – in eine Augenweide.

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Guck mal, da geht es schon los: Es regnet in Strömen, aber die beiden Schauspieler (Jessica Brown Findlay, Tom Wilkinson) werden nicht nass! Bildquelle: Filmstarts.de

Na, toll. Trotz der hochkarätigen Besetzung ist der ganze Film am Ende nichts, da das Drehbuch nicht stimmig ist. Ich konnte keiner, aber auch gar keiner Figur irgend etwas von ihrer Eigenheit abnehmen; sei es Bellas zwanghafter Ordnungssinn, der aber gar nicht so zwanghaft scheint, wenn der Koch doch alles vollkrümelt und von ihr keine Reaktion erfolgt; sei es, dass der brummige Nachbar, der ihr immer zugesetzt hat, aus heiterem Himmel liebenswert und umgänglich wird, oder auch dass der Koch gaaanz plötzlich seine jahrelange Stellung von einem Moment auf den anderen hinschmeißt und von Stund an für ein mittelloses Mädchen kocht (und er macht ihr nicht einmal Avancen, wozu er aber eigentlich jede Menge Gründe hätte). Das Zauberhafte, das der Film eigentlich hätte haben sollen und vielleicht auch können, hat sich mir ebenfalls nur als Behauptung vermittelt. Die Eigenheiten der Figuren waren niedlich ausgedacht und hätten, wenn sie denn nicht nur so behauptet daher gekommen wären, eine riesige positive Schlagkraft entwickeln können – allein, ich konnte keiner Figur irgend etwas glauben. Schade, wirklich.

Nachdem ich „Lost in Translation“ von Sofia Copolla gesehen habe, war ich neugierig auf ihren neuen Film, der zudem mit einer tollen Besetzung (Nicole Kidman, Kirsten Dunst) aufwartet…

Der Film spielt während des Bürgerkriegs zwischen den Nord- und Südstaaten in einem fast leeren Mädchenpensionat in South Carolina. Nur 5 Schülerinnen sind nicht wegen des Krieges nach Hause geschickt worden, und eine Lehrerin (Kirsten Dunst) sowie die Schulleiterin (Nicole Kidman) sind mit ihnen in dem Haus. Durch ihr einsames und zurückgezogenes Leben kommt ihnen die Abwechslung, die ein verwundeter Soldat, von einem der Mädchen unweit des Pensionats inmitten der dichten Wälder gefunden und nun von der Leiterin aufgenommen, gerade recht. Er solle zunächst seine Verwundung ausheilen, dann würde man ihn der hiesigen Polizei ausliefern, heißt es zunächst. Der Soldat nutzt jedoch die Gunst der Stunde und schmeichelt sich bei allen Mädchen und Frauen ein. Jede setzt ihre Erwartungen in die Begegnung mit ihm, was ein unausgesprochenes Geheimnis ist. Als sie feststellen müssen, dass ihre Erwartungen allesamt enttäuscht wurden, werden drastische Maßnahmen ergriffen, um der Lage wieder Herr zu werden…

The Beguiled

Filmszene aus „Die Verführten“ mit Colin Farrell und Kirsten Dunst; Quelle: Filmstarts.de

Es sind bestechend wunderschöne Bilder sowohl vom Urwald in den Südstaaten als auch von den Frauen und Mädchen im Haus, die diesen Film atmosphärisch dicht machen. Hinzu kommt das analytische Auge Sofia Coppolas und die großartige schauspielerische Leistung aller Beteiligten, die diesen Film so sehenswert machen. Tolles Kino und eine echt abgefahrene Geschichte, erzählt nach dem Roman A Painted Devil von Thomas P. Cullinan.

Der Film erzählt von einer kurzen Zeitspanne in Chet Bakers Leben: Nach einer Drogenkarriere, durch die Baker von seinem Ruhm so gut wie alles einbüßte, werden ihm (vermutlich von Drogendealern) die Zähne eingeschlagen. Seine Karriere scheint dahin, denn ohne Zähne Trompete spielen – wie soll das gehen? Chet Baker gibt jedoch nicht auf und probt trotz heftiger Schmerzen so lange, bis er zu seiner Musikalität zurückfindet. Seine Freundin unterstützt und ermutigt ihn auch zur Weitereinnahme von Methadon.

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Ethan Hawke verkörpert Chet Baker auf überzeugende Weise, und auch die Liebesbeziehung wird auf eine spezielle Art erzählt, die sich erst vom Ende des Films aus komplett erschloss – sehr geschickt und sehr gut erzählt! Die ganze Zeit fragte ich mich, was Elaine (gespielt von Carmen Ejogo) eigentlich an diesem Kerl findet, da er sich nicht im geringsten um ihre Karriere als Schauspielerin schert und auch sonst ihre Liebesbezeugungen mehr hinnimmt, als selbst in Gefühlen zu investieren. Durch ein Eheversprechen, das aber eigentlich ein wenig spät – und damit vielleicht auch nur halbherzig ist – kommt, scheint sich dies vielleicht zu ändern. Doch am Ende zeigt sich Chet Bakers wahre Leidenschaft: die Musik. Und Drogen scheinen notwendig zu sein…

Ethan Hawkes Einsatz war beeindruckend (das ist aber auch ein toller Schauspieler), und singen kann er auch! Das Ende des Films hat mich schwer erschüttert. Ich kann kaum glauben, dass solch künstlerische Entfaltung mit Drogen langfristig möglich ist, es scheint aber in Chet Bakers Fall so gewesen zu sein. Schaut man sich die Fotos bei Wikipedia an, packt einen allerdings das Grauen. Sein Gesicht – als junger Mann soll er als zweiter James Dean bezeichnet worden sein – hat sich mit den Jahren gewandelt zu einem, das schwer gezeichnet von den Drogen einfach nur fertig aussieht. Ein Widerspruch scheint es nicht zu sein: künstlerisch tätig sein und gleichzeitig an der Spritze zu hängen. Ich finde das sehr beunruhigend, und es macht mich sehr traurig.

Insofern war der Film – vor allem durch die schauspielerische Leistung – berührend und lohnenswert.

Kino in letzter Zeit

Veröffentlicht: 10. Juni 2017 in Filme, Kino, Kultur

So, wie es aussieht, war ich wirklich wenig im Kino in letzter Zeit. Ich frage mich, womit ich eigentlich meine Zeit verbringe… ich schaue derzeit so einige DVDs, dazu ein andermal. Vermutlich arbeite ich momentan ein wenig viel zu viel. Nicht gut!

„A United Kingdom“ – Film von Amma Asante

Die Geschichte klingt wie ein Märchen: Im London Ende der 50er Jahre trifft eine einfache Büroangestellte auf einen schwarzen Jurastudenten, und die beiden verlieben sich. Abgesehen von rassistischen Anfeindungen der Engländer wird die Sache erst richtig kompliziert, als sich der Jurastudent als der Enkel des Regenten von Botswana entpuppt. Ihre Beziehung, ihre Liebe wird zum Spielball politischer Interessen, und während beide versuchen, sowohl an ihrer Liebe als auch an der zukünftigen Regentschaft Botswanas festzuhalten, wirken verschiedenste Kräfte mit den unterschiedlichsten Motivationen diesen Zielen entgegen…

Südafrika mit seiner Apartheid spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle, wie die Bodenschätze (Diamanten), die in Botswana entdeckt werden, und die sich u.U. die Engländer als Verbündete unter den Nagel reißen wollten… Wirkliche Unterstützung erfährt das Paar zunächst weder von familiärer noch staatlicher  Seite…

Szenenbild aus „A United Kingdom“ mit Rosamund Pike. Vielleicht muss man dem Film auch einige Ethno-Klischees nachsagen… Quelle: Filmstarts.de

Die Chancen, die eine Ehe zwischen einer Engländerin und dem Prinzen von Botswana bieten, beispielsweise im Bereich Entwicklung und Völkerverständigung, werden zunächst nicht erkannt bzw. genutzt. Doch durch Charakterstärke und Kreativität der beiden gelingt schließlich doch das Happy End.

Es stimmt schon, was in den Kritiken zu lesen ist: der Film bleibt an der Oberfläche, und wenn man gerne möchte, kann die eine oder andere Träne vergossen werden. Ich habe an dem Film dennoch die Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, gemocht. Dennoch: Es ist ja schon länger her, dass ich den Film gesehen habe, und er ist in meiner Erinnerung bereits verblasst. Vielleicht zeigt sich daran, dass die Geschichte für einen Kinoabend im Grunde genommen allzu viele Gefühle und Fakten abhandeln will, die im Detail zu erzählen vielleicht besser viermal so viel Zeit verdient hätten, um der politischen, aber auch psychologischen Aspekte wirklich gerecht zu werden.

„Rückkehr nach Montauk“ – Film von Volker Schlöndorff

Der Film, inspiriert von Max Frischs Erzählung „Montauk“, erzählt von dem Schriftsteller Max Zorn, der sein neues Buch in New York vorstellen will. Dieses weist stark autobiografische Züge auf, was vielleicht wenig schmeichelhaft für Max Zorns Freundin ist, die hier bei der Vermarktung ebendieses Buches hilft. Doch Max Zorn hat auch andere Beweggründe, in der Stadt zu sein. Er nimmt Kontakt zu seiner ehemaligen Freundin Rebecca auf, da er die Liebesgeschichte mit ihr und die Trennung niemals verwunden hat. Bei einem Ausflug nach Montauk mit ihr kommt es zu einer intensiven Begegnung – und menschliche Abgründe tun sich auf…

Return to Montauk, Volker Schlöndorff, Stellan Skarsgard, Nina Hoss

Szenenbild aus „Rückkehr nach Montauk“ mit Nina Hoss. Ach ja. Die Bilder sind wunderschön, und die Klamotten, die die Leute anhaben, sehen auch toll aus. Könnte man glatt vermarkten. Quelle: Filmstarts.de

Ich habe große Lust, „Montauk“ von Max Frisch, überhaupt mal wieder Max Frisch zu lesen, auch wenn ich finde, dass in dieser Geschichte ein Männerbild entworfen wird, das ich als überholt empfinde, und erst recht als entlarvend. Die Frauen werden so deutlich zu Objekten degradiert, doch wenigstens geht diese Projektion nicht auf. Ganz toll gespielt haben Stellan Skarsgård den  Schriftsteller, und Nina Hoss war als Rebecca einfach umwerfend! Die ruhigen und wunderschönen Bilder machen den Film zudem sehr sehenswert. Es ist ein toller Film um das Thema des persönlichen Scheiterns.

Uff. Im April war ich nun gar nicht fleißig im Blogschreiben, keine Zeit – und warum? Ein Grund liegt darin, dass ich Urlaub hatte. Es zog mich zu einem Besuch von Freunden erst nach Holland, dann nach Berlin. Dazu hatte ich aber vielleicht auch keine Zeit zum Blogschreiben, weil es so viel zu lesen/hören/sehen gab, so dass ich nun eine lange und beinahe erdrückende Liste habe, die ich hier im Blog erwähnen möchte. Also gehe ich jetzt mal „praktisch“ vor und versuche mich, mal kurz zu fassen.

Weil ich neulich so reingefallen bin – ich wollte den Film ‚The Salesman‘ unbedingt sehen, doch der war schneller aus dem Kino, als dass ich ihn gucken konnte – habe ich mich bei diesem Film furchtbar beeilt und richtig unter Stress gesetzt – nur um festzustellen, dass er auch später noch in den Kinos hoch- und runterlief… Verstehe das eine(r), wann Filme nur ein paar Tage im Kino sind – selbst wenn sie Preise gewonnen haben – während andere richtig lang laufen…

Jedenfalls war dies zu Recht ein Kassenschlager, und das aus verschiedenen Gründen: Zum einen ist es ein Film, der von der Grundstimmung gute Laune verbreitet, zum anderen ist sein Thema eines, das von rassistischen Verhältnissen zeugt, die wirklich skandalös sind…

Drei hochbegabte Afroamerikanerinnen sind Anfang der 60er Jahre bei der NASA sozusagen als Rechnerersatz (denn Computer gab es ja damals noch nicht) tätig und haben die Aufgabe, die hochkomlizierten Berechnungen der weißen männlichen Amerikaner zu überprüfen. Trotz hervorragender Fähigkeiten werden sie jedoch klein gehalten, dürfen nicht wissen, was sie da eigentlich nachrechnen, und selber denken ist streng verboten. Als Frau! Und dann noch als Schwarze! Karriere machen? Als Ingenieurin? Den neuen IBM-Computer kompetent mit Daten füttern und programmieren? Undenkbar!! Besser und scharfsinniger rechnen können als die weißen Männer um sie herum? Kann ja gar nicht sein!!!

Szenenbild aus „Hidden Figure“ mit  Octavia Spencer, Taraji P. Henson und Janelle Monáe

Doch zum Glück kommt es anders, und diese drei Frauen setzen den weißen Männern ein X vors U nach dem anderen… Katherine Johnson als Mathe-Genie (hinreißend gespielt von Taraji P. Henson), die geborene Ingenieurin Mary Jackson (Janelle Monáe) und Dorothy Vaughan (wunderbar verkörpert von Octavia Spencer), die sich laut Film (aber es wird schon so oder so ähnlich auch gewesen sein) nicht nur die Programmiersprache für den IBM Großrechner selbst aneignete, sondern ihr Wissen dann mit den anderen afroamerikanischen Frauen ihrer Abteilung teilte, dürfen ganz sicher nicht in Vergessenheit geraten. Um so schöner zu hören, dass es auf dem Gelände der NASA heute einen Raum gibt, der nach Katherine Johnson benannt wurde. Diesen Frauen – und wer weiß, wem noch alles – ist es jedenfalls zu verdanken, dass der erste bemannte Raumflug der NASA zum Erfolg wurde und der Astronaut heil wieder auf der Erde landete. Eine unglaubliche Leistung!

Es ist ein wichtiger Film, denn diese Geschichten von Rassismus müssen bekannt und noch bekannter werden, selbst wenn sie schon in der Vergangenheit liegen. Es ist schon genug Unrecht aus rassistischen und chauvinistischen Gründen geschehen, und diese Sache ist nun leider noch immer nicht gegessen, auch wenn sich seitdem viel getan hat.

 

Ein Mann, der 23 verschiedenen Persönlichkeiten besitzt, und in der sich gerade eine 24. – extrem bedrohliche – Persönlichkeit einen Weg bahnt: Das schien doch mal ein interessanter Thriller zu sein. Und vielleicht mag das ein Widerspruch sein, wenn ich mich doch gerade darüber beklagt habe, dass so mancher Film eine Story zum Thema hat, die mich einerseits berühren, andererseits unterhalten soll (was mich stört), und ich nun in einen handfesten Psychothriller mit phantastischen Ausmaßen gehe – und das mit Genuss – aber auch mir gefällt es manchmal, mich in den Kinosessel zurückzulehnen und fesseln zu lassen…

Und es hat sich auch gelohnt, den Film zu schauen! James McAvoy spielt die Figur mit der multiplen Persönlichkeit und wechselt sehr gekonnt von einer Persönlichkeit zur anderen, und alle überzeugen absolut. Der Kampf, den die Figur mit sich selbst ausficht, weswegen er des öfteren spontan seine Psychotherapeutin aufsucht, nachdem ihr jede seiner Persönlichkeiten einen Hilferuf per Mail geschickt hat, ist ebenfalls überzeugend gespielt. Doch ist die Katastrophe nicht aufzuhalten: Die drei Mädchen, die er eingesperrt hält, um sie für die 24. Persönlichkeit, „die Bestie“, bereit zu halten, versuchen aus dem unterirdischen Labyrinth zu entkommen, ein Kampf um Leben und Tod nimmt dramatische Ausmaße an…

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Filmszene aus „Split“ mit James McAvoy; Bldquelle: Filmstarts.de

Es ist ein raffinierter Film, der mit einem Wechselspiel der Gefühle aufwartet und einen mitreißt in die tiefsten seelischen Abgründe – und die zum Glück einen Touch von fantastischer Entwicklung bekommen. Sonst hätte ich den Film vermutlich auch schon wieder nicht ertragen.

Als meine Freundin mir sagte, dass James McAvoy auch in „Abbitte“ – einem meiner Lieblingsfilme – mitgespielt hat, wollte ich das erst nicht glauben. Kurz nach dem Kinoabend habe ich mir dann nochmal „Abbitte“ (mein Beitrag hier) angeschaut – tatsächlich! Es ist ein extrem wandlngsfähiger Schauspieler, auf dessen schauspielerische Leistung man auch weiterhin gespannt sein darf. Beispielsweise in einem zweiten Teil von „Split“, denn der wurde bereits in diesem Film angedeutet…

„La La Land“ – Film von Damien Chazelle

Veröffentlicht: 29. Januar 2017 in Filme, Kino, Kultur

Ich gebe zu, ich bin ein wenig neugierig auf den Film geworden, nachdem ich hörte, dass er beim Golden Globe so viele Preise abgesahnt hat. Und nun bin ich einmal mehr abgrundtief enttäuscht und auch abgestoßen von der amerikanischen Filmkultur und erst recht vom Golden Globe.

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Emma Stone und Ryan Gosling beim Step – Filmszene aus „La La Land“. Quelle: Filmstarts.de

Die Geschichte handelt von zwei jungen Künstlern (Mann und Frau), die als Schauspielerin bzw. Jazzpianist in Los Angeles auf den großen Durchbruch hoffen. Sie lernen sich kennen und lieben – doch harmoniert ihre Beziehung auch mit ihren Selbstverwirklichungsplänen? Während der Beantwortung dieser Fragen wird viel getanzt und gesungen – an sich nichts Schlechtes in Filmen. Aber ganz sicher absolut nichts Neues. Wie behauptet wird. Weswegen der Film wie gesagt überhäuft wurde mit Preisen. Für mich absolut überhaupt gar nicht nachvollziehbar. So finde ich die Tanz-Szenen und anderen Choreografien in „Hail Cesar“ – hier als Persiflagen – deutlich erfrischender als dieses hier, zumal die Handlung nicht halb so originell war, wie der Film der Coen-Brüder.

Emma Stone, die die weibliche Hauptrolle übernommen hat, hat ohne Frage ein schönes und interessantes Gesicht. Aber kann man sich ehrlich nach kurzer Zeit noch merken, wie Ryan Gosling aussah, ihr männlicher Gegenpart?

La La Land – übrigens ein Synonm für Los Angeles – ist ein Film, der L.A. feiert und die Filmindustrie: Je quietschbunter und oberflächlicher, um so besser. Es ist ein Film aus der Traumfabrik, der wiederum nichts anderes als einen Traum fabriziert hat. Bunt und schön und schön blöd. Finde ich.

Wenigstens vielleicht ein guter Stoff für ein Musical auf der Bühne, darauf könnte man sich dann vielleicht ein wenig freuen, wenn man in Musicals geht…