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„Die Zauberflöte“ zählt zu einer meiner Lieblingsopern, und deshalb habe ich mich besonders auf diesen Abend gefreut. Ich wollte die Inszenierung ganz bestimmt richtig gut finden, doch leiderleider muss ich gestehen, dass sich meine Begeisterung mit dieser Inszenierung gar nicht verstanden haben…

Zu Beginn musste erstmal Rettungspersonal kommen, um jemanden aus dem Publikum zu holen, der einen Schwächeanfall erlitt, und das vorm ersten Ton. Ich litt mit dem armen alten Mann, ich meine, wie doof ist das denn, vom Abend nichts zu haben außer der Mühen der Anreise. Doch als das Rettungspersonal dann in Richtung Bühne verschwand, war es ja klar: Die Tränchen in meinen Augen waren verfrüht vergossen. Nagut. Ein uralter Mann in roter Kleidung wird abtransportiert, und dann endlich erklingen die ersten Töne, und ein Baby in roter Montur liegt auf der Bühne und wird von drei Nonnen vor einem unsichtbaren Tier in Sicherheit gebracht.

Und dann geht alles ganz schnell, mindestens jedoch das Altern von Tamino, der war nämlich das Baby, genauso, wie er der uralte Mann gewesen sein soll. Als Kinder spielen schon Papageno und er zusammen, und als Tamino das Bildnis der schönen Pamina erblickt, ist er in bestem Teenager-Alter. So weit, so rätselhaft. Was wurde denn hier bemüht? Ein Regieeinfall, wie er im Buche stehen kann und besser auch nur sollte. Ich habe das nicht verstanden. Warum ist Tamino schon weit über 50, wenn er endlich den Prüfungen unterzogen wird, wieso ist das Liebespaar kurz vorm Rentenalter, als es sich endlich „kriegt“, und warum, ja warum??? Wird Papageno plötzlich wieder jünger, wenn er und Papagena von der Zeugung ihrer zukünftigen Kinder singen?

Mir scheint, hier musste ein Konzept her, um zu überdecken, dass der Regisseurin und ihren Dramaturgen nichts dazu eingefallen ist. Ich fand diese Einfälle denn tatsächlich weniger phantasievoll als vielmehr kopfig, belanglos und ins Leere führend. Es hat mich weder amüsiert noch inspiriert.

Verschenkt waren denn auch die schönsten Momente  wie zum Beispiel, wenn Tamino das Bildnis von Pamina zum ersten Mal erblickt. Man weiß gar nicht, warum er überhaupt anfängt zu singen, da singt er schon von einem Bildnis, das bezaubernd schön sein soll. Ich sehe auf der Bühne weder einen Tamino, der etwas Zauberhaftes entdeckt hat noch das Zauberhafte selber. Erst nach einem Drittel der Arie setzen sich die schwirrenden LED-Lichtpunkte zu den Schemen einer Jungmädchensilhouette zusammen, die irgendwie ganz nett aussieht. Verschenkt, sowohl musikalisch als auch szenisch war das.

Genauso später der böse Bedienstete der Mohr Monostratos: Zu ihm fiel den MacherInnen wohl auch nichts ein, weswegen man ihn in Mickymauskleidung steckte und in die Nebensächlichkeit verbannte. Dass wiederum sowohl die Königin der Nacht als auch Sarastro aus dem Orchestergraben sangen und ihr Gesicht als Lichtpunkte über den Vorhang gezeigt wurde, hat mich nicht gestört, wenn auch leider nicht tangiert.

Die Sänger trifft jedoch keine Schuld, die haben ihre Sache gut gemacht, wenn auch nicht überragend. Weder die komplizierten Arien der Königin der Nacht (Jessica Pratt)  gingen an die Nieren, noch Sarastros Bass (Wilhelm Schwinghammer) ans Herz. Tamino (Daviet Nurgeldieyev) hat wirklich toll gesungen, aber rührte mich nicht an, einzig Papagenos Faxen (Zak Karithi) machten mir Spaß.

Schade. Wie gesagt, ich wollte diese Aufführung wirklich, wirklich unbedingt gut finden. Aber das wollte mir bei dieser Inszenierung  leider nicht gelingen, auch wenn ich die alte Inszenierung von Achim Freyer, die über einen riesenlangen Zeitraum in Hamburg gezeigt wurde und die witzig, einfallsreich und märchenhaft daherkam, nicht als Maßstab angelegt habe.

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Genau gesagt stand dies auf dem Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart:
Streichquartett B-Dur KV 458 »Jagdquartett«
Claude Debussy: Streichquartett g-Moll op. 10
Antonín Dvořák: Streichquartett Nr. 13 G-Dur op. 106

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Im Programmheft stand, dass Mozarts Streichquartett den Namen „Jagdquartett“ aus Marketingzwecken erhalten hatte, es war kein Titel, den Mozart seinem Stück selbst gegeben hatte, sondern dessen Manager. Wie dem auch sei, der Titel passt sehr gut zu dem Stück – oder habe ich deswegen Wald gerochen, Rascheln im Unterholz gehört, ausgespähtes Wild geahnt, und später bei einem Kaminfeuer Jagderlebnisse mit Jägern geteilt? Ich weiß es nicht. Tatsächlich hatte ich aber diese oder ähnliche Jagdphantasien beim Hören, ob wegen des Titels, das kann ich nicht sagen.

Die Stücke von Debussy und auch von Dvorak fand ich temperamentvoll, schmissig und originell, und es hat mir zwar geholfen, dass ich sie mir vorher angehört hatte (ja! Ich bin vorbereitet ins Konzert gegangen! Wenn auch nicht so gründlich, wie ich es gerne getan hätte, aber immerhin), dennoch kann ich nur mein Wohlgefühl beim Hören wiedergeben und keine einzelnen Eindrücke. Es waren dennoch intensive Hörmomente, die mir dies Konzert bescherte.

Das Jerusalem Quartett habe ich übrigens schon einmal genießen können, noch in der kleinen Musikhalle, damals gaben sie Bela Bartok an drei Abenden, wovon ich wenigstens zwei besuchen konnte. Mehr dazu hier.

Der Einakter Senza Sangue (übersetzt „Ohne Blut“, nach der gleichnamigen Novelle von Alessandro Baricco, 2002) hat der Ungar Péter Eötvös dem Bartok-Einakter voran gestellt. Die Besetzung, ein Mann (Bariton) und eine Frau (Mezzospran) ist dabei die Gleiche, denn die beiden Stücke verschmelzen an diesem Opernabend zu einem, die jeweiligen Handlungen haben bei aller Unterschiedlichkeit doch einige Gemeinsamkeiten, und in dieser Zusammenstellung beziehen sie sich aufeinander….

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Eine Frau, die ihre Familie in ihrer Kindheit durch einen Anschlag auf ihren Vater verloren hat, sucht den dritten der drei damaligen Täter auf. Er ist zugleich derjenige, der sie in ihrem damaligen Versteck gefunden, aber verschont hatte. Den Mann trifft die Begegnung nicht ganz unvorbereitet, weil er weiß, dass seine damaligen Mitstreiter unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind, und er sich schon dachte, dass die Überlebende dahinter steckte. Doch was sie von dem Mann jetzt will, ist nicht Blut, vielmehr ist es die Hoffnung, für ihre Taten eine Art Absolution von ihm zu erhalten. Die Oper von Eötvös endet damit, dass die beiden ein Hotel aufsuchen, um zusammen zu schlafen.

Und hier kippt die Handlung, denn nun sind wir in Herzogs Blaubarts Burg. Die Frau, Judith, hat ihre Familie und ihren Verlobten verlassen, um mit Blaubart zu leben. Erschreckt stellt sie fest, dass es in seiner Burg düster und kalt ist, doch sieben Türen verheißen die Möglichkeit, das Klima zu verändern. Hinter jeder Tür lauert eines von Herzog Blaubarts blutigen Geheimnissen, doch Judith will sie alle erfahren. Und so öffnet sich eine Tür nach der anderen, häufig nach großer Überredungskunst. Auch die letzten beiden Türen will Judith geöffnet haben, obwohl Herzog Blaubart darum fleht, diese wenigstens geschlossen zu halten… Am Ende werden aber auch sie geöffnet: Ein Tränenweiher verbirgt sich hinter der sechsten Tür, es sind die Tränen von Herzogs Blaubarts ehemaligen Frauen. Und diese sind hinter der siebten Tür verborgen. Jetzt sind alle Geheimnisse gelüftet, was zur Folge hat, dass sich nun auch Judith einreihen muss in den Reigen der verstorbenen Frauen…

Eine unblutige und eine blutige Oper stehen sich gegenüber: Eine Frau, die durch ihr Kindheitstrauma zur Täterin wurde, wie auch der Mittäter, der das Trauma mitverursachte und dann eine Frau, die das blutige Geheimnis von Herzog Blaubart entdeckt und sodann ein weiteres Opfer wird… Eng verknüpft sind die Themen Täter/in und Opfer, und wie schnell sich das Verhältnis umdrehen kann. Ist es überhaupt möglich, die Schuld eines einzelnen zu vergessen oder zu verzeihen? Oder auch möglich, sie zu ignorieren? Judith kann es nicht, doch die Aufdeckung von Herzog Blaubarts Schuld ist ihr Verhängnis. Und wie steht es mit der Frau, die ihren Kindernamen Nina durch den Anschlag verlor, und was hilft ihr Besuch dem Mann Tito, der schwer an dem Vergehen, das er als junger Mann beging, zu tragen hat? Diese Themen sind eingebunden in eine Musik, die die Gefühlswelt der Figuren wiederspiegelt. Das war mitreißend, und gleichzeitig hat es uns eine Menge Denk-Stoff aufgegeben. Ein ganz besonderer, ergreifender und anregender Opernabend war das!

 

 

 

Diesmal ist es mir gelungen, mich auf das Konzert vorzubereiten (zumindest auf die Stücke von Leoš Janáček)! Trotzdem bleibt es schwer, über das Gehörte zu berichten… Es gab:

Leoš Janáček Streichquartett Nr. 2 »Intime Briefe«
Slavomír Hořínka Songs of Immigrants
Antonín Dvořák Streichquartett Es-Dur op. 51
Leoš Janáček Streichquartett Nr. 1 »Kreutzer-Sonate«

Es war bestimmt schlau, mit dem 2. Streichquartett von Leoš Janáček zu beginnen, denn dies Stück empfand ich als das Schwierigste. So war es gut, ihm noch frisch zu begegnen. Dieses Stück – wie auch die Kreutzer-Sonate – sind wohl als Liebeserklärungen an Leoš Janáčeks Frau zu verstehen, und für mich klangen beide Stücke (vor allem die „Intimen Briefe“) wie ein Wechselbad der Gefühle. Mal erklangen heftige, beinahe hektische Töne, dann leidenschaftliche Beinahe-Meldodien, auch leise Töne, melodische Abschnitte wechselten sich mit sprunghaften ab. Es ist kein Stück, um kurz mal reinzuhören. Für mich bleibt es in meiner Erinnerung ein leidenschaftliches, zerrissenes Stück voller Leidenschaft. An eine Liebeserklärung hätte ich dabei jedoch nicht gedacht.

Das nächste Stück ist von unserem tschechischen Zeitgenossen Slavomír Hořínka. Mit seinem Stück „Songs of Immigrants“ ist ihm eine Klangcollage gelungen, mit der er an das Flüchtlingsdrama vor Lampedusa erinnert. Anklänge an Volksmusik aus Eritrea wechseln sich ab mit dem Geräusch von Wellen und dem Murmeln von menschlichen Stimmen, wobei die letztgenannten Geräusche über ein Tonband eingespielt wurden und das Bennewitz Quartett dazu seine Saiten strich. Bemerkenswert war der sehr kreative Umgang mit den Streichinstrumenten. Nicht nur wurde auf den Saiten wie vorgesehen gespielt; auch wurde zum Teil mit der „falschen“ Seite des Bogens gespielt, was ein kaum hörbares, dennoch ein Geräusch verursachte, oder die Geige wurde zweckentfremdet und wie eine Ukulele gespielt. Es war für mich das Highlight des Abends, ein sehr berührendes Stück, das uns Publikum vielleicht auch ein Stückchen aus der Komfortzone holte. Man findet es auch auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=xYkf7SVhDwE

 

Zu dem Dvorak-Stück kann ich nicht mehr viel sagen. Meine Begleitung sah in dem Stück eine Korrespondenz zu dem Stück von Slavomír Hořínka, so dass das Programm ja vielleicht wie eine Spiegelung zusammengestellt wurde. Ich kann dies nicht recht beurteilen.

Die Kreutzer-Sonate von Leoš Janáček war ein weiteres Highlight des Abends: Melodien wurden angedeutet, doch dann wieder abgebrochen, wurden variiert und konterkariert. Das Stück bezieht sich auf eine Erzählung von Leo Tolstoi, in der ein Mörder erzählt, warum er seine eigene Frau umbrachte – und von Schuld freigesprochen wurde (über den Roman habe ich hier geschrieben) . Es ist ein interessantes Musikstück, wenn auch nicht leicht zugänglich, jedenfalls nicht für mich. Ein guter, ein interessanter musikalischer Abend war es auf jeden Fall.

Es ist Mitte Dezember. Das Wetter schmuddelt, gebastelte Papier-Weihnachtssternchen brechen aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in sich zusammen wie auch die Vorweihnachtsstimmung, falls diese überhaupt schon aufgekommen ist bei diesen warmen Temperaturen und dem ewigen Grau.…  Da leuchtet selbst das Gold in der Einkaufszone nicht ganz so helle.

Vielleicht lässt sich das ändern durch den Besuch eines A Capella-Weihnachtskonzertes: MaybeBop, ein Gesangsquartett, bestehend aus 4 herrlichen Herrenstimmen, schwingt sich stimmlich hoch hinauf in sphärische Höhen eines beleuchteten Weihnachtsbaumes und begibt sich tief hinab in den Keller zu den Weihnachtskartoffeln, die da auf ihre Veredelung warten – metaphorisch gesprochen.

Neben der Aufforderung, das eine oder andere Liedchen mit dem geneigten Publikum gemeinsam zu trällern, statten sie auch, gesangtechnisch ganz in der Tradition des Barbershops  bleibend, unseren Freunden, den Türken von nebenan einen Besuch ab und lassen deren Gummibaum auch gleich im weihnachtlichen Glanz erstrahlen. Und so ist es ein bewegter musikalischer Querschnitt, den die vier sympathischen Jungs hier bieten, und dies verbunden mit einer tollen Beleuchtungsshow, die sie zudem perfekt in Szene setzt.

Hier eine gummibäumliche Kostprobe (lässt sich ganzjährig gut hören):

Improvisieren können die vier auch: aus einigen Begriffen, die das Publikum ihnen zuruft, setzen sie stante pede einen Musiktext zusammen und singen ihn sogleich – keine Ahnung, woher sie diesen Zauber nehmen – und das Ganze passt zudem zu dem weihnachtlichen Motto.

Falls bis kurz vor Schluss noch immer keine Weihnachtsstimmung aufgekommen sein sollte, wenden sie am Ende eine bezaubernde Gehirnwäsche an und singen mit uns allen zusammen „Stille Nacht, heilige Nacht“… Danach hatte sogar das immer noch herrschende Schmuddelwetter draußen einen kleinen Silberschweif bekommen – Weihnachten jedenfalls kann kommen!

Auf dem Programm standen folgende Werke:

Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett D-Dur op. 44/1
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 7 fis-Moll op. 108
Robert Schumann: Streichquartett a-Moll op. 41/1
Zugabe: Joseph Haydn: Streichquartett G-Dur Hob. III/75 / Menuet

Über Musik zu schreiben fällt mir ungemein schwer. Doch dieser Blog hilft mir dabei, meine Eindrücke, die ich bei meinen kulturellen Aktivitäten sammele, zu vertiefen… Na dann.

Das Stück von Felix Mendelssohn-Bartholdy war durch seine Lebhaftigkeit und Leichtigkeit ein ganz besonderes Hörerlebnis, während mir von Schostakowitschs Stück eine gewisse Nachdenklichkeit im Ohr blieb. Das Stück von Robert Schumann aber schien mir von allen das komplexeste Werk zu sein, es war kompliziert, filigran, „schwierig“. Ein schönes Konzert, über das ich, wäre ich vorbereiteter gewesen vielleicht auch mehr zu schreiben hätte. Und das schreibe ich mir mal für 2018 hinter die Ohren: Vorbereitet ins Konzert gehen!

Euch allen wünsche ich ein schönes 2018 mit tollen (kulturellen) Erlebnissen!

Die Elphie zu besuchen – und erst recht den großen Saal – ist für mich ein wirklich großes Erlebnis! Die Karten habe ich auch nur kaufen dürfen, weil ich bei der Verlosung teilgenommen habe. Gewinnen konnte man dabei die Option, Karten zu kaufen…

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Die große Elphi mit einem Teil der Orgel

Und dann habe ich, wie ich finde, doch das große Los gezogen! Denn die große, neue Orgel ist, davon kann ich ja ausgehen, auf dem neuesten Stand der Technik. Bei der Einführung wurden denn für das interessierte Publikum schon mal alle Register gezogen und genau erklärt: Beispielsweise, dass die Orgelpfeifen derart beschichtet sind, dass es kein Problem darstellt, wenn die haptische Natur der Konzertbesucher ausgelebt wird. Und wo die Orgelpfeifen überhaupt angeordnet wurden. Wir hatten Glück, denn von unseren übrigens billigen Plätzen hatten wir eine hervorragende Sicht auf alle Orgelpfeifen, egal wo sie angeordnet sind. Der Clou: Während sich fast alle Orgelpfeifen an der Seite schräg rechts oberhalb der Bühne befinden, gibt es auch einige, die zusammen mit den Lautsprechern aus dem Pilz von der Decke hängen. Also kommen die Töne nicht ausschließlich aus einer „Ecke“, sondern können sich mit denen aus der Saalmitte perfekt im ganzen Raum verteilen.

Ich mag es ja gar nicht sagen, aber als dann die sehr sportliche Iveta Apkalna anfing, die Tasten auf der Bühnenmitte zu bearbeiten (was teilweise durchaus akrobatische Leistung erforderte), entstand in meinen Ohren nicht immer ein perfekter Klang. Ich kann aber nicht genau sagen, ob es an meinen Ohren oder wirklich an der Akustik lag… Teilweise empfand ich den Klang nicht so ausgewogen, vielleicht etwas nüchtern, vielleicht auch nur einfach etwas blechern. Die/der geneigte Leser/in möge bitte mit berücksichtigen, dass ich weder ein besonders ausgebildetes Ohr besitze noch genügend Übung im Hören von (Orgel-)Musik habe, und diese Kritik also eine unter dem Riesen-Vorbehalt von fehlendem Fachwissen zu verstehen ist.

Einzig das Stück von Bach hat mich richtig in den Bann gezogen, hier setzten sich die Töne über jede Hürde hinweg, und es ergab sich ein wunderbares musikalisches Erlebnis, das mich in Schwingung und in andere Sphären zu versetzen vermochte.

Aber ich merke auch immer wieder: Ich höre zu wenig Musik, und dann ist es für mich leider schwierig, adäquat der Musik zu begegnen. Das ist schade und gehört eigentlich gehörig geändert. Zumal mir Musikhören gut tut.

Dennoch war es ein gelungener Abend, den ich auf jeden Fall genossen habe.

Programm:
– Franz Liszt: Legende Nr. 1 S 175/1 »St. François d’Assise: La prédication aux oiseaux« / Transkription für Orgel von G. Berger
Thierry Escaich: Evocation III
Johann Sebastian Bach: Passacaglia c-Moll BWV 582

– Dmitri Schostakowitsch: Passacaglia aus der Oper »Lady Macbeth von Mzensk«
Arturs Maskats: Präludium, Choral und Variationen über J. S. Bach »Uns ist ein Kindlein heut‘ gebor’n« BWV 414
Franz Liszt: Präludium und Fuge über den Namen B-A-C-H S 260
Zugabe: Thierry Escaich: Evocation II